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Dachterrasse im George Hotel: Hamburg von oben genießen

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Das George Hotel in der Langen Reihe in Hamburg scheitert beim Versuch, Großstädtisches nach St. Georg zu bringen.

Dabei hätte das George Hotel beste Voraussetzungen, so etwas wie das Soho House von Hamburg darzustellen. Das Hotel liegt in einer ehemals verruchten Ecke der Stadt (wie das Soho House im Meatpacking Destrict in New York), St. Georg lockt zunehmend kreatives, aber betuchtes Klientel an (wie das Soho House in der Greek Street in London), und die Dachterrasse vom George Hotel offeriert erhabenen Weitblick über Stadt, Land, Fluss (wie das Soho House in Berlin-Mitte). Ganz zu schweigen vom Wassergefühl (wie beim Soho Beach House in Miami Beach).

Leider verpatzt das George Hotel den erreichbaren höheren Status als Mekka der Hamburger Kreativszene. Das Trauerspiel beginnt schon bei den Öffnungszeiten auf dem Dach. Da kann die Sonne noch so sehr scheinen: Geöffnet wird die Bar auf dem Roof Top erst am späten Nachmittag. Die Lounge-Möbel laden dann tatsächlich zum Verweilen ein, die Freude auf Chillen wächst bei diesem Anblick von Weiß und Außenalster – wenn, ja wenn das Personal diese Freude nicht binnen Minuten zerstörte. Dreimal schickten die Kellner den Gast herum, bis er sitzen bleiben durfte und keine Rücksicht auf Reservierungen oder Tischgröße nehmen musste. Die Bedienung an sich ging sehr großzügig mit der eigenen Zeit um. Oder anders ausgedrückt: Mit Durst wäre man als Gast besser nicht an diesem sonnigen Nachmittag auf die Dachterrasse vom George Hotel gekommen – man hätte dehydrieren können…

Und mit diesen Erlebnissen schaut man dann halt etwas kritischer hin. Das Ambiente, sogar unten an der Bar im Erdgeschoss, wirkt künstlich, irgendwie geplant und arrangiert. Dem Mobiliar fehlt Patina, das Lässige beim Zusammenstellen von Stühlen und Sesseln, Bildern und Bar. Alles könnte auch von Ikea stammen (wofür es keinerlei Beweise gibt).

Darum: Cool ist das George Hotel, gleichwohl es keinen schlechten Ruf genießt, nicht wirklich. Einem Vergleich mit dem Soho House hält das George Hotel trotz des königlichen Namens nicht stand. Da ist Berlin besser dran. Hamburg hat andere Vorzüge.

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