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Pizza bleibt Pizza: Mario in Berlin-Mitte lebt vom Flair in dieser Hofeinfahrt

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In Berlin gehört das Tragen ungewaschener T-Shirts zum Ausdruck individueller Kreativität. Leider setzt sich der Irrglauben, dass Muffigkeit zum Berliner Schick gehören sollte, in der Gastronomie fort. Das Restaurant Pizza Mario in der Friedrichstraße 113: Willkommen in Berlin-Mitte.

Zugegeben, Pizza Mario verströmt einen besonderen Flair in der Hofeinfahrt. Von Großstadt ist hier wenig zu spüren. Die Tor-Einfahrt absorbiert den Lärm von der Friedrichstraße. Die hohen Hauswände beschützen das Restaurant vor kühlem Wind. Die karierten Tischdecken, die kleinen Blumen, nicht zuletzt die etwas chaotische Anordnung der Tische, Bänke und Bar geben der Pizzeria eine kuschelige Atmosphäre. Perfekt für lauwarme Abende. Vermutlich ist es so: Wer hier einmal sitzt, bekommt Sitzfleisch – und will gar nicht aufstehen und gehen. Das allein spricht für das Restaurant Pizza Mario.

Warum muss es aber so sein, wie in so vielen Restaurants in Berlin-Mittel: dass ein Geruch von Mörtel in der Luft liegt und das Personal chronisch unterbesetzt ist? Warum nicht die Getränke parat, die der Gast wünscht – und nicht allein der Barkeeper? Warum keine saubere Schürzen und ein Blick in die offene Küche, der nicht die Vertreter vom Ordnungsamt in Schockstarre versetzt? Fragen über Fragen, die den Fragensteller in den Bereich der Spießigkeit versetzt, ja. Aber warum nicht doch ein Mindestmaß von Zivilisation in Berlin-Mitte? Dass Atmosphäre und Qualität kein Widerspruch sein muss, dass das geht, ohne Flair zu verlieren, zeigen ja Restaurant wie einst das Kater Holzig oder Katz Orange.

Zur Pizza: Ja, die Bestellung hat geschmeckt und war von der Zusammenstellung ungewöhnlich. Von klassisch bis Selbstversuch alles drin. Wir wollen nicht näher darauf eingehen. Pizza ist Pizza und kein großes Handwerk. Man geht der Atmosphäre wegen in die Pizzeria Mario. Nicht wegen des Essens.

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