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Das Sofitel Bayerpost in München: Ein Luxus-Hotel mit Schönheitsfehlern

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Das Hotel Sofitel Bayerpost am Münchner Hauptbahnhof genießt zunächst gesteigertes Wohlwollen, weil der Name Sofitel Luxus verspricht und das Design des Hotels über Münchens Grenzen hinaus Bekanntheit erfahren hat.

Tatsächlich sieht das Sofitel Bayerpost auf den ersten Blick schön aus. Stimmungsvolles, weil gedämpftes Licht in der Lobby. München als Kunstobjekt an den Wänden. Einladende Sitzmöbel. Offener Frühstücksbereich. Auch die Zimmer sind toll: Das Fenster zwischen Bett und Bad lässt das Zimmer größer erscheinen, stilvoll ist hier alles. Leider verspielt das Sofitel München selbst die Pluspunkte. Anders als im Restaurant Brenner, wo die eigene Klasse nicht nur gezeigt, sondern auch gelebt wird, wirkt das Sofitel aufgesetzt. Mal drei Beispiele.

Erstens: Als das miese Wetter zu einem Schläfchen am Nachmittag verführte, war das Zimmer um halb vier noch nicht gemacht – ein Unding für ein Luxus-Hotel. Das Sofitel brauchte eine weitere Stunde, um das Versäumte nachzuholen. Zweitens: Luxus-Hotels leben von der Atmosphäre an der Bar – leider ist die Bar im Sofitel München wie ein Schlauch angelegt, die Enge setzt sich in der Lobby fort. Sobald ein paar Gäste Platz genommen haben, wirkt die Bar überfüllt und wenig einladend, keinesfalls luxuriös. Entweder man quetscht sich dazwischen und vergisst jede gebotene Zurückhaltung – oder man geht. Drittens: Obwohl das Sofitel München direkt am Hauptbahnhof liegt, stellt die Taxibestellung ein Problem dar. Es ist fast lustig: Man steht an der Hotelvorfahrt, sieht vor sich Hunderte Taxis am Hauptbahnhof, sogar einen Taxistand am benachbarten Hotel rechts, aber es vergehen unendliche Minuten, bis das bestellte Taxi alle Windungen genommen hat und vorfährt. Und selbst wenn das Taxi dann kommt: Die Straßenführung zwingt das Taxi zu einem großen Bogen, um in die Innenstadt zu kommen – das bedeutet Mehrkosten. Wir können das Sofitel Bayerpost mit seinen Schönheitsfehlern nur bedingt empfehlen. Denn günstig ist es nicht.

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Kommentare
  • Alexander Moj  04.02.2013

    Sehr geehrter Herr Gottschalk,

    zunächst einmal möchte ich mich bei Ihnen bedanken, dass Sie in Ihrem Blog über ihren Aufenthalt im Sofitel Munich Bayerpost berichten und zudem ein wirklich schönes Foto veröffentlicht haben. Es freut mich, dass wir mit dem Design unseres Hauses Ihren Geschmack getroffen haben. Das Licht- und Raumkonzept ist im Sofitel Munich Bayerpost bewusst so gestaltet, dass es dem Gast ein Gefühl von Geborgenheit gibt. Gleichzeitig war es uns wichtig durch Elemente, wie beispielsweise das auf Wunsch verschließbare Fenster zwischen Badezimmer und Schlafbereich, Offenheit zu erzeugen. Es ist schön zu hören, dass Sie dies genauso empfunden haben.

    Es tut mir leid, dass Sie länger als üblich auf ein Taxi warten mussten Ich erkläre aber gerne, warum wir nicht irgendein Taxi vom Bahnhofsplatz rufen. Wir rufen direkt über die Taxi-Zentrale nur solche Fahrzeuge, die auch in Ausstattung und Serviceleistung durch den Fahrer unseren Qualitätsansprüchen entsprechen. Deswegen mag es manchmal etwas verwundern, wenn am Bahnhof eine Vielzahl an Fahrzeugen verfügbar scheint, jedoch keines davon kommt. Dies ist einzig und allein darin begründet, dass wir unseren Gästen ein Höchstmaß an Qualität und Service bieten möchten. Ich bitte Sie dafür um Verständnis. Übrigens bedienen wir uns in dringenden Fällen und auf explizite Bitte unserer Gäste natürlich auch dieser Taxis.

    Ich bedaure, dass es uns während Ihres Aufenthaltes nicht ganz gelungen ist, Ihre Erwartungen an unseren Service zu erfüllen. Wir sind stets bemüht unseren Gästen bis 15 Uhr ihr Zimmer wieder sauber zur Verfügung zu stellen. Leider gibt es auch Tage, an denen sich die Buchungssituation unerwartet signifikant ändert. Dann ist es uns manchmal nicht möglich unsere eigenen hohen Ziele einzuhalten. Bitte akzeptieren Sie meine Entschuldigung für die Ihnen daraus entstandenen Unannehmlichkeiten.

    Das Design unserer Bar ist in Teilen den architektonischen Voraussetzungen geschuldet, wobei wir dafür in der Regel überaus positive Kommentare erhalten. Unsere „IsarBar“ bildet das Verbindungsstück zwischen der historischen Fassade und dem neu geschaffenen Gebäudeinneren. In Ihrer Verlängerung schließen sich unsere Bibliothek und der Gang zu unserem Fine-Dining-Restaurant „Schwarz & Weiz“ an. Während es die einen für einen „Schlauch“ halten, sagen uns die Gäste, sie empfinden die Räume als elegant und großzügig. Die praktisch zu jeder Tageszeit hohe Besucherzahl zeugt auch von einer lokalen Beliebtheit, der sich unsere Bar erfreut.

    Ich würde mich freuen, Sie bald noch einmal im Sofitel Munich Bayerpost begrüßen zu dürfen.

    Mit freundlichen Grüßen…

    Alexander Moj
    Hotel Manager

    • Pit Gottschalk  24.02.2013

      Lieber Herr Moj, ich finde es wirklich toll und souverän von Ihnen, dass Sie die Kritik ernst nehmen und öffentlich Stellung beziehen. Natürlich wird Ihre Sicht der Dinge hier publiziert. Dass mir zum Beispiel die Bar nicht so gefiel wie anderen Gästen, verfolgt ja keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, sondern gibt meine Meinung und Erfahrung wieder. Wenn Sie andere Erfahrungen mit Ihren Gästen gemacht haben, sollten die Leser das selbstverständlich wissen; dafür ist diese Website da. Ich bin schon häufiger zu Gast in Ihrem Hotel gewesen und werde es bei meinem nächsten München-Aufenthalt wieder sein. Pit Gottschalk

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